Die gigantische geplante Schuldenaufnahme unserer Regierung versteckt sich hinter dem scheinbar so beruhigend klingenden Wort „Sondervermögen“. Kaum ein Begriff wird zur Zeit so oft bemüht, ja beschworen und als Kampfbegriff zur Einforderung von öffentlichen Revenuen verwendet. Ich habe ihn gerade als „Unwort des Jahres“ vorgeschlagen. Denn der Begriff ist „euphemistisch, verschleiernd und extrem irreführend“, womit er nicht nur die expliziten Kriterien für diese Wahl vollumfänglich erfüllt, er zeigt uns auch, wie die Regierung den Intelligenzquotienten unserer Bevölkerung einschätzt. Oder einfacher: für wie dumm halten die uns eigentlich? Obwohl Vermögen bei den meisten Menschen in der Tat mit einem positiven Wert (Geld, Immobilien, Gold etc.) assoziiert ist, und Sondervermögen sehr nach surplus klingt, lassen sie sich, hoffentlich, nicht täuschen, daß diese erschlichene Kreditaufnahme am Haushalt und am GG vorbei, nichts anderes ist als schnödes Schuldenmachen, Verschiebung von Lasten in die Zukunft, auf die nächsten Generationen und in dieser Größenordnung ein destabilisierendes Gefahrenmoment für das gesamte Finanzsystem. Schulden haben nämlich leider einen Nachteil: man muß sie irgendwann doch zurückzahlen.
